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Dietmar Feichtinger

Grazer Architekt in Paris

„Paris ist eine Stadt, die stark nach außen, zur Straße lebt. Cafés reichen bis an den Straßenrand. Man spürt sehr viel Leben im öffentlichen Raum. Alles wirkt  offen und  transparent.

In Wien ist vieles versteckter. Das Tempo in Paris ist viel rasanter, Bewegungen in Wien erscheinen dagegen wie in Zeitlupe. An den Wochenenden findet in Paris, im Gegensatz zu Wien, keine Stadtflucht statt. Das hat wahrscheinlich auch damit zu tun, dass man sich in Paris erst durch kilometerlange Staus ins Grüne kämpfen muss.

Die spannenden Zeiten für die Architektur scheinen in Paris momentan vorbei zu sein, was an der sehr angespannten, ökonomischen Situation liegt. Die Auftragslage ist um vieles ruhiger, als noch vor zehn Jahren. Damals genoss  Architektur einen großen Stellenwert - jeder Politiker, der was auf sich hielt, ließ sich mit einem Großprojekt verewigen. In Wien scheint einiges (Stichwort Bahnhöfe) weiter zu gehen, auch wenn man  mutiger sein könnte und  es nicht immer allen recht  machen sollte. Es gibt viele gute Büros mit Vielfalt, doch wenige, sehr herausragende Projekte. 

Bei Nachhaltigkeit, Energiesparen und Ökologie hat Österreich Frankreich viel voraus. Daran orientieren sich die  Franzosen auch. Viele Leute sind nur auf begrenzte Zeit in Paris, was auch an den extrem hohen Mieten liegt. Paris ist eine Metropole, die von Menschen aller Kontinente bewohnt wird. Unterschiedliche Kulturkreise sind im Vergleich dazu in Wien viel weniger präsent.“