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„Der Westbahnhof hat eine Fassung bekommen“

WESTBAHNHOF 2.0. Architekt Eric Steiner, gemeinsam mit Heinz Neumann Planer der BahnhofCity Wien West, macht sich im im Interview mit barbara jahn Gedanken über die Wandlung des klassischen Bahnhofs und die neue Rolle der alten Westbahnhofshalle.

city: Wie es schein, gibt es den klassischen Bahnhof nicht mehr. Woher kommt diese starke Veränderung?
Steiner: Das Reisen hat sich in der Nachkriegszeit ungeheuer verändert. Zur Zeit der großen, räumlich wirklich beeindruckenden Bahnhofshallen des 19. Jahrhunderts war das Reisen mit der Bahn noch von großer Bedeutung, auch mit sehr umfangreichen Vorbereitungen verbunden. Zudem war es ziemlich kostspielig und im Wesentlichen der gesellschaftlichen Elite vorbehalten. Das Ankommen und Abfahren wurde architektonisch inszeniert. Heute bucht man ganz improvisiert, schnell entschlossen und online. Mit der Bahn fahren heute die Pendler zur Arbeit, die Manager zur Besprechung am Laptop arbeitend, und Schüler zur Schule. Diese gravierenden Veränderungen haben die Aura des Reisens zerstört.

city: Das hört sich nach einem Lust und Laune-Prinzip an….
Richtig. Heute hat man diese wunderbaren großen Hallen, in welchen sich, mehr oder weniger unkontrolliert, sekundäre, parasitäre Einbauten einquartieren, bauliche Zufälligkeiten stören das Gesamtbild – das ist jene Realität, mit der es nun gilt umzugehen.

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