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Kartoffel statt Bomben

URBAN FARMING Das Landwirtschaften in der Stadt liegt ganz im Trend: Auf brach liegenden Flächen, in Hinterhöfen oder in abgewirtschafteten Gärten und Parks werden Urban Farmer immer aktiver. Es ist nicht nur die Ernte, die den Kick ausmacht, sondern oft

U3-Endstation Wien-Ottakring: Wir verlassen den Bahnhof und gehen Richtung Heigerleinstraße, zahlreiche Neubauten säumen hier abwechselnd mit Gründerzeithäusern den Weg. Die dichte Verbauung wird dazwischen immer wieder von Grünflächen aufgelockert. Plötzlich stehen wir vor einem rund 1000 Quadratmeter großen Garten, in dem an diesem Samstagvormittag rund 20 Leute mit Sense, Schaufel und Gartenschlauch am Werk sind. Sie haben sich eines der insgesamt 24 Beete des Nachbarschaftsgartens Heigerleinpark gemietet, bepfl anzen diese nach Belieben, plaudern und genießen einfach die Zeit miteinander. Die Idee zu diesem Garten knüpft an die erfolgreichen „interkulturellen Gärten“ an, wie es sie in Paris, Berlin oder New York gibt. Zentraler Punkt ist die Begegnung, der Austausch und die Kommunikation von Menschen unterschiedlichen Alters und Herkunft. Was in einem Bezirk wie Ottakring mit einem relativ hohen Ausländeranteil besonders wichtig erscheint, 23,8 % der Gesamtbevölkerung haben hier Migrationshintergrund. „Durch das gemeinsame Gärtnern entsteht ein gleichberechtigtes Miteinander“, beschreibt Nadja Madlener, eine der Initiatorinnen das Projekt, das gemeinsam mit der Stadt Wien realisiert wurde. ´

Auch die Bewohner des benachbarten Hauses der Barmherzigkeit kommen einmal in der Woche zum Gärtnern hier vorbei. Für sie gibt es ein Hochbeet mit einer rollstuhlgerechten Umfahrung. Auf speziellen Kinderbeeten lernt auch der Nachwuchs, wie der Weg der Lebensmittel vom Samen zur Frucht aussieht.

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  • > Buchtipp und Blog:
    Urban Gardening, über die Rückkehr der Gärten in die Stadt von Christa Müller, erschienen im oekom Verlag
  • Blog von Barbara Kanzian: www.ueber-land.eu