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Miteinander wohnen
STADTENTWICKLUNG Interkulturalität hält Einzug in den Wiener Wohnbau. Die Philosophie ist zwar nicht neu, aber immer noch aktuell. Denn die Gesellschaft wird heterogener.
Interkulturell bedeutet etwas anderes als multikulturell. Während früher überall von multikulti die Rede war, hat sich gezeigt, dass vieles auch nebeneinander abgelaufen ist. Parallelwelten haben sich etabliert und die will man so gar nicht. Also heißt es nun modern „interkulturell“, ein anderer Begriff für Vermischung. Austausch. Interaktion. Im weitesten Sinn geht es darum, sich mit seinem Gegenüber auseinander zu setzen.
Miteinander Wohnen bedeutet im besten Fall auch gemeinsam wohnen. Das wussten schon Pioniere des kommunalen Wohnbaus in den vergangenen Jahrzehnten. Sie planten und bauten Stätten, die nicht nur das Grundbedürfnis nach dem Dach über dem Kopf stillten, sondern auch noch die Gemeinschaft förderten. Aus dieser Zeit sind uns großzügige, grüne Innenhöfe erhalten. Diese versorgen auch heute noch die Bewohner mit Schatten, frischer Luft und Aufenthaltsmöglichkeiten vor der Haustür. Stellte einst der halböffentliche Freiraum eine Art Klammer um den persönlichen Wohnraum dar, so haben sich die Ansprüche der Bewohner stetig weiterentwickelt. In den 1970er/80er Jahren des vorigen Jahrhunderts verlangten viele Betroffene mehr Mitbestimmung im Wohnbau. Dies ist nach wie vor ein Wunsch etlicher Beteiligter, bloß mit dem Unterschied, dass die Bewohnerinnen kulturell durchmischter sind und eine neue Dynamik im Denken, Planen und Umsetzen notwendig wird.
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