Dramatisch gestiegene Wohnungspreise in den inneren Bezirken drängen viele Pariser in die Banlieues. (Foto iStock)

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Schön aber teuer

PARIS. Horrende Mietpreise machen den Bewohnern das Leben schwer – viele übersiedeln in die Vorstädte. Innovative Architekturprojekte sollen die Banlieues stärker an das begehrte Zentrum anbinden.

Die Wohnungsnot in Paris ist chronisch“, klagt Jean-Michel Guyot, der seit vielen Jahren in der französischen Hauptstadt lebt. Vor einigen Jahren ist er mit Frau und zwei Kindern in den Nordosten der pulsierenden Metropole, ins 20. Arrondissement, übersiedelt. In diesem aufstrebenden, multikulturellen Pariser Stadtteil Belleville muss man für eine Zwei-Zimmer-Wohnung mindestens 2000 Euro zahlen – und hat damit Glück, überhaut ein eigenes Heim gefunden zu haben.

Wer eine Wohnung kaufen möchte: Selbst in „einfacheren“ Pariser Bezirken hat der Quadratmeterpreis inzwischen die 10.000 Euro-Grenze überschritten. Gerade in den letzten zehn Jahren sind die Wohnungspreise dramatisch angestiegen. „Ich kenne ein paar junge Leute, die in Paris zwar eine Arbeit gefunden haben, sich davon aber keine Miete leisten können und nun bei Freunden und in ihrem Auto übernachten“, erzählt Jean-Michel.


Auffallend ist, im Vergleich zu Wien, der Mangel an sozialem Wohnbau in Paris – eine Folge der jahrzehntelangen bürgerlich-konservativen Stadtverwaltung. Im März 2001 hat der sozialistische Bürgermeister Bertrand Delanoë, der mit den Grünen regiert, das Ruder übernommen. Mit zahlreichen Projekten hat er es geschafft, den sozialen Wohnbau anzukurbeln, den öffentlichen Verkehr auszubauen und die Stadt sozial gerechter und umweltfreundlicher zu gestalten. Unter seiner Ägide sollen die Vorstädte stärker an den Stadtkern angebunden werden.

Diese „Banlieues“, darunter auch berüchtigte Einwandererviertel wie Saint Denis, Arnouville oder Villiers-le-Bel, die vor ein paar Jahren wegen Jugendkrawallen für Schlagzeilen sorgten, werden durch die Stadtautobahn, den achtspurigen „Boulevard périphérique“, räumlich von der Stadt Paris getrennt.

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