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Die Rettung eines Architekturjuwels
NACH EINEM BEINAHE 10 JAHRE dauernden Diskussionsprozess läuft die Generalsanierung der Wiener Werkbundsiedlung nun doch an.
Wie saniert man ein architekturhistorisch wertvolles Denkmal, wenn man gleichzeitig den sozialen Wohnbaugedanken aufrecht erhalten will? Beinahe zehn Jahre hat es gebraucht, bis die Stadt Wien eine Antwort auf diese Frage gefunden hat. Nun liegt ein Sanierungskonzept für die Werkbundsiedlung vor, das, so hofft man, auch finanzierbar und sozialverträglich sein dürfte. Denn der Großteil der insgesamt 70 Häuser– nämlich 48 – stehen im Besitz der Stadt Wien, deren Mieter im Schnitt 1,50 Euro pro Quadratmeter bezahlen.
Dass man da aus der Mietzinsrücklage keine Komplettsanierung zahlen kann, will man diese Mieten nicht drastisch erhöhen, leuchtet ein. 10 Millionen Euro soll die Sanierung kosten. Sieben Millionen davon sollen aus dem Topf von Wiener Wohnen sowie aus der Wohnbauförderung kommen, verspricht Wiens Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. Zusätzlich fördert das Bundesdenkmalamt die Sanierung mit rund 40.000 Euro. In fünf Jahren soll das Revitalisierungsprojekt, das auf vier Phasen angelegt ist, abgeschlossen sein.
Vorerst kommen allerdings erst vier Häuser an die Reihe: Drei Häuser des Architekten Gerrit Rietveld (Woinovichgasse 16,18 und 20) und eines von Josef Hoffmann (Veitingergasse 85) werden restauriert. Mit der Generalplanung beauftragt ist das Wiener Architekturbüro P.Good. Die Sanierungsmaßnahmen umfassen neben der allgemeinen Restaurierung vor allem die wärmetechnische Verbesserung von Dächern, Terrassen, Wänden und Fenstern sowie den Einbau moderner Lüftungs- und Heizungsanlagen. Bleibt zu hoffen, dass der Stadt Wien und ihrem Partner, der „athome Immobilien-GmbH“, bis dahin nicht die Luft ausgeht und alle Gebäude dieses architekturhistorisch herausragenden Ensembles der Moderne vor dem endgültigen Verfall gerettet werden.
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