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Komplexe Geschichte
HEISS UMSTRITTEN, geplant, umgeplant, neu geplant: Das über dem Bahnhof Wien-Mitte gelegene Büro- und Geschäftsprojekt feiert nach 20 Jahren endlich Dachgleiche. 2012 wird es fertig.
20 Jahre Planungen,Umplanungen und Diskussionen prägen das Projekt Wien-Mitte. Dazwischen liegen Wirtschafts- und Immobilienkrisen, Weltkulturerbeauflagen und damit verbundene Redimensionierungen des multifunktionalen Gebäudekomplexes oberhalb des Bahnhofs Wien-Landstraße. 1991 gewannen die Architekten Laurids und Manfred Ortner einen Bebauungswettbewerb fürdas Projekt. Gemeinsam mit den zweitgereihten Architekten Neumann/Steiner sowie Lintl+Lintl planten sie einen Nutzungsmix aus Geschäften, Wohnungen, Büros sowie Kultur- und Sozialeinrichtungen unter Einbeziehung des S-Bahnhofs und des Einkaufszentrums. Im Jahr 1993 beschloss der Gemeinderat den Flächenwidmung- und Bebauungsplan, der sechs Türme mit bis zu 97 Metern vorsah– der 87 Meter hohe „CityTower“ wurde als einziger aus dem alten Konzept tatsächlich realisiert und beherbergt heute das Wiener Justizzentrum.
Neustart nach 12 Jahren
Auch das später auf drei Türme mit geringerer Bauhöhe reduzierte Projekt kam nicht vom Fleck. Hetztiraden populistischer Stadtparteien sowie die abflauende Konjunktur veranlassten die Bauträger Austria Immobilien (BAI) trotz aufrechter Baugenehmigung, das Projekt fallen zu lassen. 2003 schreibt die Stadt Wien einen neuen Wettbewerb aus, mit deutlich reduziertem Bauvolumen und geringeren Bauhöhen. Die Arge Architekten wird von der BAI mit einem neuen Konzept auf Basis des Siegerprojekts von henke und schreieck architekten beauftragt.
Rohbau fertig
Diesen Monat erfolgt nach 20 Jahren die Fertigstellung der gesamten Rohbauarbeiten im Hochbau. Die Fertigstellung des gesamten Projekts Wien Mitte mit 150.000 m² Bruttogeschoßfläche ist für nächstes Jahr geplant. Die ersten drei Geschoße direkt über der Gleisebene werden dann als Shopping Center genützt. Das bestehende Gebäude des CAT wird integriert, ebenso wie die alte Markthalle, die einige Wiener im Lauf des Planungs- und Diskussionsprozesses urplötzlich in ihr goldenes Herz geschlossen hatten.
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