Der Donaukanal hat sich zu einem trendigen Treffpunkt entwickelt. (Foto: iStockphoto)

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Wohlfühloase am Wasser

NEUE IMPULSE Von Otto Wagners Schützenhaus über die summerstage und das Badeschiff bis zur Strandbar Herrmann: Der Donaukanal lockt mit einer pulsierenden Lokal- und Kulturszene sowie einer architektonisch spannenden Umgebung.

Die Anfänge des Donaukanals liegen bereits lange zurück: Mit der Donauregulierung in den Jahren 1870 bis 1875 verlandeten die zahllosen Donauinseln und bildeten eine kompakte Fläche. Zu dieser Zeit entstand auch die Idee, den „Wiener Arm“ der Donau, über den jahrhundertelang Waren bis direkt an die Stadtmauern verschifft worden waren, zu regulieren. Heute ist dieser südlichste Arm 17,3 Kilometer lang. Die erste Brücke über den Kanal war die „Schlagbrücke“, anstelle der heutigen Schwedenbrücke. Sie wurde Mitte des 14. Jahrhunderts errichtet und 1945 – wie alle Donaukanalbrücken – von deutschen Truppen gesprengt, jedoch von sowjetischen Pionieren wieder instandgesetzt.

Vom Gestern zum Heute

Nach dem Wiederaufbau entstanden links und rechts des Kanals die ersten imposanten Gebäude, wie beispielsweise der Ringturm. Unter dem ehemaligen Planungsstadtrat Rudi Schicker wurde im Rahmen des Stadtentwicklungsplans STEP 05 der Donaukanal als eines der urbanen Zielgebiete defi niert. Zur Weiterentwicklung hat der Gemeinderat 2007 die Ausarbeitung eines Masterplans unter der Leitung von Bernhard Engleder beschlossen. Im Rahmen dieses Masterplans wurden neben einer Einteilung der künftig für weitere Nutzungen und Projekte heranzuziehenden Flächen auch Maßnahmen hinsichtlich Erreichbarkeit, Barrierefreiheit, sanitäre Einrichtungen und Infrastrukturerweiterungen definiert sowie Vorgaben für eine weitere qualitätsvolle Entwicklung festgelegt. In den vergangenen Jahren konnte entlang des urbanen Flusslaufs eine Reihe städtebaulicher Akzente gesetzt werden, z. B. mit dem Mediatower, dem UNIQA-Gebäude und dem Kaipalast (K47). Weiters wurden u. a. Projekte wie der Twin City Liner, der Skywalk Spittelau, die Wohnhausanlage der Architektin Zaha Hadid und die Schiffstation Wien City realisiert. Für eine Belebung der Szene sorgen vor allem die summerstage, das Flex, die Strandbar Herrmann, das Badeschiff und der Tel Aviv Beach.

Vom Heute zum Morgen

Die Weiterentwicklung des Donaukanals zu einem vielfältigen Freizeitgestaltungs- und Naherholungsraum wird 2011 durch gezielte Maßnahmen fortgesetzt. So sollen ein Konzept zur einheitlichen und nutzungsoffeneren Möblierung das Angebot zum Relaxen erhöhen oder ein Pflege- und Entwicklungskonzept für die Grünflächen die ökologischen Potenziale stärker nutzen.

„Wir sind froh, dass wir mit dem Masterplan Donaukanal viele Potenziale sichtbar machen konnten, die wir nun strukturiert ausschöpfen“, sagt Donaukanalkoordinator Bernhard Engleder. Zum Beispiel werden heuer wieder Aktionen unter dem Motto „Fairness zone am Donaukanal“ durchgeführt. Seit 1. April kann man gratis kleine Fahrradreparaturen bei der „Selber Service Station“ im Bereich der Strandbar Herrmann durchführen. Von 4. bis 8. Juli werden „FairRadler“ unterwegs sein, die Menschen am Donaukanal auf das Thema Fairness und gegenseitige Rücksichtnahme ansprechen und Vorschläge zu Verbesserungen einholen. Weiters ist es bei der summerstage ab Juli möglich, sein Rad gratis in Schuss bringen zu lassen.

Der Masterplan gibt auch bei der Bürgermitgestaltung wichtige Handlungsschwerpunkte vor. So wird der im Vorjahr begonnene Beteiligungsprozess für die Gestaltung des Ermöglichungsraumes bei der Friedensbrücke heuer abgeschlossen. Dabei sollen erste Maßnahmen, wie z. B. eine Hundezone, umgesetzt werden. Dazu die zuständige Stadträtin Maria Vassilakou: „Die Ermöglichungsräume am Donaukanal beweisen, dass Bürgerbeteiligung und Partizipation ein wichtiges Anliegen bei der Entwicklung des Donaukanals sind.“

Darüber hinaus weist der Masterplan die letzte kommerziell bespielbare Freifl äche zwischen Marienbrücke und Schwedenbrücke (im 2. Bezirk) aus. Über ein transparentes Verfahren soll dort ein geeigneter Investor gefunden werden. Vor Kurzem wurde außerdem das neu genutzte Otto Wagner Schützenhaus eröffnet, das im Sinne des historischen Ambientes mit Fischgerichten aus der Monarchie beleben will – ein weiterer Qualitätsbaustein in der Angebotsvielfalt. Auch mit der Neubelebung des Gastronomie- Bereiches bei der Salztorrampe im 1. Bezirk wird die Aufwertung des Angebotes einen Schritt vorangehen. Geplante Projekte am Donaukanal sind zudem ein Wellness- Schiff, eine schwimmende Kulturplattform und das „Kaiserbad – Flex“.

LINK wien.at/verkehr-stadtentwicklung  

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Siehe Kommentar zum Donaukanal von Judith Eiblmayr