
city themen
la capitale, c‘est moi
NACH EINER PHASE der Stagnation wird in Frankreichs Hauptstadt wieder kräftig gebaut.
Wie es sich für die Grande Nation gehört, bedient man sich dabei internationaler Stars der Architekturszene. Auch vor höhenmäßigen und stilistischen Grenzen scheut man nicht zurück.
In Paris war man ja noch nie fürs Kleckern. Der Generalplan von Georges-Eugène Baron Haussmann krempelte die Stadt im 19. Jahrhundert mit seinen regelmäßigen Boulevards und Wohnquartieren gewaltig um. Le Corbusiers „Plan Voisin“, der 1925 einen Abriss eines großen Teils des historischen Zentrums vorsah, wollte man dann doch nicht realisieren – aber die „Grands Projets“ der Ära Mitterrand haben die Stadt wieder nachhaltig geprägt, vor allem im östlich des Zentrums an der Seine gelegenen Stadtteil Bercy und dem westlich des Arc de Triomphe seit den 1960er Jahren angelegten Büroquartier La Défense.
Höher als der Eiffelturm
Nach einer Phase der Stagnationwird heute in La Défense wieder kräftig gebaut. Am 15. September wurde der „Tour First“ eröffnet, ein Totalumbau eines Bürohauses von 1974, das, einst 159 m hoch, mit nunmehr 231 m den Tour Montparnasse als höchstes Gebäude des Landes ablöst. Die Planungen des Umbaus stammen vonden amerikanischen Hochhausprofis Kohn Pedersen Fox mit Saubot et Rouit Associés/Coteba. Seit Mai ist der 162 m hohe „TourCarpe Diem“ in Bau, ein geknickterQuader mit erdgeschoßigem Wintergarten, konzipiert vom New Yorker Büro des Architekten Robert A.M. Stern. Auch den noch in Planung befindlichen „Phare“(Leuchtturm) hat mit Thom Mayne/Morphosis ein amerikanisches Büro entworfen. Mit 349 m wäre das ökologisch korrekte „green building“ das höchte Gebäude der EU und würde – mon dieu! – sogar den 324 m hohen Eiffeltum überragen.
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